Lutathera® 370 MBq/ml Infusionslösung

Fachinformation (Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels/SmPC)

Radioaktives Arzneimittel


1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Lutathera® 370 MBq/ml Infusionslösung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 ml Lö­sung enthält am Tag und zum Zeitpunkt der Kalibrierung 370 MBq Lutetium (177Lu)-Oxodotreotid.

Die Gesamtmenge an Radioaktivität pro Einzeldosis-Durchstechflasche am Tag und zum Zeitpunkt der Infusion beträgt 7 400 MBq. Das Volumen der Lö­sung in der Durchstechflasche liegt aufgrund der volumetrisch fixierten Ak­ti­vi­tät von 370 MBq/ml am Tag und zum Zeitpunkt der Kalibrierung im Bereich von 20,5 bis 25,0 ml, um am Tag und zum Zeitpunkt der Infusion die benötigte Men­ge an Radioaktivität bereitzustellen.

Physikalische Eigenschaften

Lutetium-177 hat eine Halbwertszeit von 6,647 Tagen. Lutetium-177 zerfällt durch β--Strahlung zu stabilem Hafnium-177, wobei am häufigsten β- (79,3 %) mit ei­ner Maximalenergie von 0,498 MeV emittiert wird. Die durchschnittliche Beta-Energie beträgt ungefähr 0,13 MeV. Es wird auch eine geringe Gam­ma-Energie emittiert, beispielsweise bei 113 keV (6,2 %) und 208 keV (11 %).

Sonstiger Be­stand­teil mit bekannter Wirkung

Jeder ml Lö­sung enthält bis zu 0,14 mmol (3,2 mg) Na­tri­um.

Vollständige Auflistung der sonstigen Be­stand­tei­le, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Infusionslösung
Klare, farblose bis leicht gelbliche Lö­sung.

4. KLINISCHE ANGABEN

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

7. INHABER DER ZULASSUNG

Novartis Europharm Limited
Vista Building
Elm Park, Merrion Road
Dublin 4
Irland

8. ZULASSUNGSNUMMER(N)

EU/1/17/1226/001

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 26. September 2017
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 08. Juli 2022

10. STAND DER INFORMATION

Juli 2026

11. DOSIMETRIE

Die folgenden Schlussfolgerungen zur Behandlung mit Lutathera wurden aus während klinischen Studien durchgeführten Auswertungen der Strahlendosimetrie abgeleitet:

  • Das kritische Organ ist das Knochenmark. Allerdings wurde mit der empfohlenen kumulativen Dosis von 29 600 MBq (4 Gaben von je 7 400 MBq) weder in der Erasmus‑Phase‑I/II- noch in der NETTER‑1-Phase‑III‑Studie eine Korrelation zwischen der hämatologischen Toxizität und der insgesamt verabreichten Radioaktivität oder vom Knochenmark absorbierten Dosis beobachtet.

  • Die Niere ist kein kritisches Organ, wenn eine begleitende Infusion einer adäquaten Aminosäurenlösung durchgeführt wird (siehe Abschnitt 4.2).

Insgesamt stimmen die Ergebnisse der in der NETTER‑1-Phase‑III‑Dosimetrie-Substudie und der Erasmus‑Phase‑I/II‑Studie durchgeführten dosimetrischen Analyse überein und weisen darauf hin, dass das Dosisregime von Lutathera (4 Gaben von 7 400 MBq) sicher ist.

Tabelle 11 Absorbierte Dosisschätzungen für Lutetium (177Lu)-Oxodotreotid aus der NETTER‑1 Phase‑III‑Studie (Olinda Output)

Organ

Vom Organ absorbierte Dosis pro Einheit Aktivität (mGy/MBq)
(n = 20)

Mittelwert

SD

Nebennieren

0,037

0,016

Gehirn

0,027

0,016

Brust

0,027

0,015

Gallenblasenwand

0,042

0,019

Untere Dickdarmwand

0,029

0,016

Dünndarm

0,031

0,015

Magenwand

0,032

0,015

Obere Dickdarmwand

0,032

0,015

Herzwand

0,032

0,015

Nieren

0,654

0,295

Leber*

0,299

0,226

Lunge

0,031

0,015

Muskeln

0,029

0,015

Ovarien***

0,031

0,013

Pankreas

0,038

0,016

Rotes Knochenmark

0,035

0,029

Osteogene Zellen

0,151

0,268

Haut

0,027

0,015

Milz

0,846

0,804

Testes**

0,026

0,018

Thymus

0,028

0,015

Schilddrüse

0,027

0,016

Harnblasenwand

0,437

0,176

Uterus***

0,032

0,013

Gesamter Körper

0,052

0,027

*n = 18 (zwei Patienten ausgeschlossen, da die von der Leber absorbierte Dosis durch die Aufnahme in Lebermetastasen verzerrt wurde)
**n = 11 (nur männliche Patienten)
***n = 9 (nur weibliche Patienten)


Die Strahlendosis für bestimmte Organe, die möglicherweise nicht Zielorgan der Therapie sind, kann durch den Krankheitsprozess ausgelöste pathophysiologische Veränderungen stark beeinflusst werden. Dies muss bei Verwendung der folgenden Informationen berücksichtigt werden.

Kinder und Jugendliche

Die Dosimetrie von Lutetium (177Lu) Oxodotreotid bei Jugendlichen wurde in 4 GEP-NET- und 6 PPGL-Patienten (Altersbereich: 12 bis <18 Jahre) untersucht, die in die Phase-II-NETTER-P-Studie eingeschlossen waren. Die Dosimetrie wurde gesammelt, um das Biodistributionsprofil von Lutetium (177Lu) Oxodotreotid zu definieren und die Ganzkörper- und Organstrahlendosimetrie zu berechnen, wobei besonderes Augenmerk auf die Strahlenabsorptionsdosis für kritische Organe (z.B. Nieren und Knochenmark) gelegt wurde.

Die Mittelwerte und Standardabweichungen der geschätzten Strahlenabsorptionsdosen für Jugendliche in der NETTER-P-Studie sind in Tabelle 12 dargestellt.

Tabelle 12 Absorbierte Dosisschätzungen für Lutetium (177Lu)-Oxodotreotid aus der NETTER‑P Phase‑II‑Studie für Jugendliche von 12 Jahren und älter (n=10)

Organ

Vom Organ absorbierte Dosis pro Einheit Aktivität (mGy/MBq)

Berechnete absorbierte Dosis für 4 x 7,4 GBq
(29,6 GBq kumulierte Aktivität) (Gy)

Theoretische kumulierte absorbierte Dosis (Gy)

Mittelwert

SD

Mittelwert

SD

Min-Max

Nebennieren

0,045

0,011

1,3

0,3

0,64-1,7

Gehirn

0,020

0,006

0,6

0,2

0,38-0,86

Brüstea

0,018

0,005

0,5

0,2

0,37-0,75

Oesophagus

0,023

0,006

0,7

0,2

0,40-0,93

Augen

0,020

0,006

0,6

0,2

0,38-0,86

Gallenblasenwand

0,030

0,010

0,9

0,3

0,48-1,5

Herzwand

0,023

0,006

0,7

0,2

0,40-0,92

Nieren

0,778

0,280

23,0

8,3

14-40

Absteigender Dickdarm

0,273

0,074

8,1

2,2

4,6-12

Leber

0,210

0,205

6,2

6,1

2,4-23

Lungenflügel

0,023

0,006

0,7

0,2

0,40-0,91

Osteogene Zellen

0,045

0,017

1,3

0,5

0,64-2,1

Eierstöckeb

0,026

0,007

0,8

0,2

0,49-1,0

Pankreas

0,027

0,006

0,8

0,2

0,46-1,1

Hypophysec

1,114

0,425

33,0

12,6

18-56

Prostatad

0,025

0,006

0,7

0,2

0,62-0,98

Rektum

0,277

0,076

8,2

2,2

4,8-12

Rotes Knochenmark (Blut)e

0,026

0,005

0,8

0,1

0,55-1,0

Rotes Knochenmark (Bildgebung)e

0,057

0,027

1,7

0,8

0,70-2,8

Aufsteigender Dickdarm

0,156

0,041

4,6

1,2

2,7-6,5

Speicheldrüsen

0,033

0,017

1,0

0,5

0,38-1,7

Dünndarm

0,045

0,011

1,3

0,3

0,85-1,9

Milz

0,742

0,275

22,0

8,1

8,3-34

Magenwand

0,026

0,006

0,8

0,2

0,44-1,0

Hodend

0,020

0,005

0,6

0,1

0,50-0,81

Thymus

0,022

0,006

0,6

0,2

0,39-0,88

Schilddrüse

0,027

0,017

0,8

0,5

0,38-2,2

Harnblasenwand

0,552

0,089

16,4

2,6

14-20

Uterusb

0,030

0,008

0,9

0,2

0,59-1,2

Gesamter Körper

0,040

0,010

1,2

0,3

0,66-1,6

a n=5 (nur weibliche Patientinnen).
b n=6 (nur weibliche Patientinnen).
c n=9 (3 GEP-NET, 6 PPGL). Die Dosimetrie-Schätzungen für die Hypophyse wurden nur durchgeführt, wenn die Aufnahme der Hypophyse auf den planaren Bildern deutlich zu erkennen war. Aufgrund der geringen Größe der Hypophyse, der Verfügbarkeit zur Quantifizierung nur aus planaren Bildern und der Interferenz durch Aktivität in der Nasenschleimhaut können die Schätzungen mit einer großen Unsicherheit verbunden sein.
d n=4 (nur männliche Patienten).
e Die Dosimetrie-Schätzungen für das rote Knochenmark wurden entweder unter Verwendung der Radioaktivität im Blut oder durch Bildgebung und Skalierung eines repräsentativen Bereichs der Lendenwirbelsäule bestimmt.


12. ANWEISUNGEN ZUR ZUBEREITUNG VON RADIOAKTIVEN ARZNEIMITTELN

Der Anwender muss vor der Verwendung von Lutathera die zur Verfügung gestellte Dokumentation einsehen, um eine angemessene Abfallentsorgung sicherzustellen (siehe Abschnitt 6.6).

Hinweise für die Vorbereitung

  • Achten Sie bei der Verabreichung der Lutathera-Lösung auf eine aseptische Technik und eine Strahlenabschirmung. Verwenden Sie beim Umgang mit der Durchstechflasche eine Zange, um die Strahlenbelastung zu minimieren.

  • Vor der Verabreichung ist das Produkt hinter einem Schutzschirm einer Sichtprüfung auf Partikel und Verfärbungen zu unterziehen. Verwerfen Sie die Durchstechflasche, wenn Partikel und/oder Verfärbungen erkennbar sind.

  • Prüfen Sie die Verpackung auf Beschädigungen und testen Sie mit einem kalibrierten Radioaktivitätsmesssystem, ob eine radioaktive Kontamination vorliegt. Verwenden Sie das Produkt nicht, wenn die Unversehrtheit der Durchstechflasche oder des Bleibehältnisses beeinträchtigt ist.

  • Injizieren Sie die Lutathera-Lösung nicht direkt in eine andere Lösung zur intravenösen Anwendung.

  • Überprüfen Sie vor und nach jeder Verabreichung von Lutathera mit einem kalibrierten Radioaktivitätsmesssystem die dem Patienten verabreichte Menge an Radioaktivität aus Lutathera, um sicherzustellen, dass die tatsächlich verabreichte Radioaktivität der geplanten Menge entspricht.

  • Verabreichen Sie Lutathera nicht als intravenösen Bolus.

  • Beobachten Sie kurz nach Beginn der Infusion die vom Patienten emittierte Radioaktivität mit einem kalibrierten Radioaktivitätsmesssystem, um sicherzustellen, dass die Dosis tatsächlich zugeführt wird. Während der Infusion sollte die vom Patienten emittierte Radioaktivität stetig ansteigen, während die von der Lutathera-Durchstechflasche emittierte Radioaktivität abnehmen sollte.

  • Es wird empfohlen, während der Infusion die Vitalzeichen des Patienten sorgfältig zu überwachen.

Arten der intravenösen Anwendung

Hinweise zur Schwerkraftmethode (mit Verwendung einer Klemme oder Infusionspumpe)

  1. Führen Sie eine 2,5 cm lange 20-Gauge-Nadel (kurze Nadel) in die Durchstechflasche mit Lutathera ein und schließen Sie sie über einen Katheter an 500 ml einer sterilen 0,9%igen Natriumchloridlösung an (die während der Infusion dem Transport der Lutathera-Lösung dient). Achten Sie darauf, dass die kurze Nadel die Lutathera-Lösung in der Durchstechflasche nicht berührt und schließen Sie diese kurze Nadel nicht direkt an den Patienten an. Sorgen Sie dafür, dass die Natriumchloridlösung vor Beginn der Lutathera-Infusion nicht in die Durchstechflasche mit Lutathera fließt, und injizieren Sie die Lutathera-Lösung nicht direkt in die Natriumchloridlösung.

  2. Führen Sie eine zweite Nadel von 9 cm Länge und 18-Gauge (lange Nadel) in die Durchstechflasche mit Lutathera ein und achten Sie darauf, dass diese lange Nadel während der gesamten Infusion den Boden der Lutathera-Durchstechflasche berührt und dort gesichert ist. Verbinden Sie die lange Nadel über einen Venenkatheter, der mit 0,9%iger steriler Natriumchloridlösung gefüllt ist und für die Lutathera-Infusion beim Patienten verwendet wird, mit dem Patienten.

  3. Regulieren Sie den Fluss der Natriumchloridlösung in die Lutathera-Durchstechflasche über die kurze Nadel mit einer Klemme oder einer Infusionspumpe. Die Natriumchloridlösung, die durch die kurze Nadel in die Durchstechflasche gelangt, transportiert die Lutathera-Lösung aus der Durchstechflasche über den mit der langen Nadel verbundenen Venenkatheter zum Patienten, wobei die Gesamtdauer der Infusion bei 30 ± 10 Minuten und die Infusionsrate bei bis zu 400 ml/h liegt. Die Infusionsrate sollte in den ersten 5 bis 10 Minuten der Infusion niedriger sein (<100 ml/h) und dann je nach Venenstatus des Patienten erhöht werden. Während der gesamten Infusion sollte in der Durchstechflasche ein gleichmäßiger Druck aufrechterhalten werden.

  4. Stellen Sie während der Infusion sicher, dass der Flüssigkeitsspiegel in der Lutathera-Durchstechflasche konstant bleibt, indem Sie mehrmals eine direkte Sichtkontrolle durchführen, (wenn ein transparentes, abgeschirmtes Behältnis verwendet wird), oder indem Sie die Durchstechflasche mit einer Zange anfassen (wenn das Bleiversandbehältnis verwendet wird).

  5. Überwachen Sie während der gesamten Infusion den Fluss von Lutathera aus der Durchstechflasche zum Patienten.

  6. Trennen Sie die Durchstechflasche von der Leitung mit der langen Nadel und klemmen Sie die Leitung der Natriumchloridlösung ab, sobald der Gehalt an Radioaktivität seit mindestens fünf Minuten stabil ist.

  7. Im Anschluss an die Infusion nehmen Sie eine intravenöse Spülung mit 25 ml einer sterilen 0,9%igen Natriumchloridlösung über den Venenkatheter des Patienten vor.

Hinweise zur peristaltischen Infusionspumpe

  1. Führen Sie eine 2,5 cm lange gefilterte 20-Gauge-Nadel (kurze Entlüftungsnadel) in die Durchstechflasche mit Lutathera ein. Achten Sie darauf, dass die kurze Nadel die Lutathera-Lösung in der Durchstechflasche nicht berührt und schließen Sie diese kurze Nadel nicht direkt an den Patienten oder die peristaltische Infusionspumpe an.

  2. Führen Sie eine zweite Nadel von 9 cm Länge und 18-Gauge (lange Nadel) in die Durchstechflasche mit Lutathera ein und achten Sie darauf, dass diese lange Nadel während der gesamten Infusion den Boden der Lutathera-Durchstechflasche berührt und dort gesichert ist. Verbinden Sie die lange Nadel und eine sterile 0,9%ige Natriumchloridlösung über eine geeignete Leitung mit einem 3-Wege-Hahnventil.

  3. Verbinden Sie den Ausgang des 3-Wege-Hahnventils gemäß den Anweisungen des Pumpenherstellers mit der Leitung, die an der Eingangsseite der peristaltischen Infusionspumpe installiert ist.

  4. Füllen Sie die Leitung, indem Sie das 3-Wege-Hahnventil öffnen und die Lutathera-Lösung durch die Leitung pumpen, bis sie den Ausgang des Ventils erreicht.

  5. Füllen Sie den Venenkatheter, der mit dem Patienten verbunden wird, indem Sie das 3-Wege-Hahnventil zur sterilen 0,9%igen Natriumchloridlösung öffnen und pumpen, bis diese am Ende der Katheterleitung austritt.

  6. Schließen Sie den vorgefüllten Venenkatheter an den Patienten an und stellen Sie das 3-Wege-Hahnventil so ein, dass die Lutathera-Lösung an der peristaltischen Infusionspumpe ausgerichtet ist.

  7. Infundieren Sie das der gewünschten Radioaktivität entsprechende Volumen der Lutathera-Lösung über einen Zeitraum von 30 ± 10 Minuten.

  8. Sobald die gewünschte Radioaktivität aus Lutathera verabreicht wurde, stoppen Sie die peristaltische Infusionspumpe und stellen dann das 3-Wege-Hahnventil so ein, dass die peristaltische Infusionspumpe an der sterilen 0,9%igen Natriumchloridlösung ausgerichtet ist. Starten Sie die peristaltische Infusionspumpe neu und infundieren Sie eine intravenöse Spülung mit 25 ml einer sterilen 0,9%igen Natriumchloridlösung über den Venenkatheter des Patienten.

Hinweise zur Spritzenpumpe

  1. Ziehen Sie mit einer Einwegspritze, die mit einer Spritzenabschirmung und einer sterilen Einwegnadel mit 9 cm Länge und 18-Gauge (lange Nadel) versehen ist, ein der gewünschten Radioaktivität entsprechendes Volumen der Lutathera-Lösung auf. Um die Entnahme der Lösung zu erleichtern, kann eine 2,5 cm lange gefilterte 20-Gauge-Nadel (kurze Entlüftungsnadel) verwendet werden, um den Widerstand der unter Druck stehenden Durchstechflasche zu verringern. Achten Sie darauf, dass die kurze Nadel die Lutathera-Lösung in der Durchstechflasche nicht berührt.

  2. Setzen Sie die Spritze in die abgeschirmte Pumpe ein und schließen Sie ein 3-Wege-Hahnventil zwischen der Spritze und einem Venenkatheter an, der mit 0,9%iger steriler Natriumchloridlösung gefüllt ist und für die Verabreichung von Lutathera an den Patienten verwendet wird.

  3. Infundieren Sie das der gewünschten Radioaktivität entsprechende Volumen der Lutathera-Lösung über einen Zeitraum von 30 ± 10 Minuten.

  4. Sobald die gewünschte Radioaktivität aus Lutathera verabreicht wurde, stoppen Sie die Spritzenpumpe und stellen das 3-Wege-Hahnventil so ein, dass die Spritze mit 25 ml einer sterilen 0,9%igen Natriumchloridlösung gespült wird. Starten Sie die Spritzenpumpe neu.

  5. Nach dem Spülen der Spritze nehmen Sie eine intravenöse Spülung mit 25 ml einer sterilen 0,9%igen Natriumchloridlösung über den Venenkatheter des Patienten vor.

Abbildung 5 Anwendungsarten im Überblick


Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen Arzneimittel-Agentur
https://www.ema.europa.eu verfügbar.


13. VERKAUFSABGRENZUNG: VERSCHREIBUNGSPFLICHT / APOTHEKENPFLICHT

Deutschland
Verschreibungspflichtig

Österreich
Rezeptpflichtig, wiederholte Abgabe verboten, Abgabe nur an Inhaber einer Bewilligung für den Umgang mit radioaktiven Stoffen gemäß Strahlenschutzgesetz.

14. KONTAKTADRESSE IN DEUTSCHLAND

Novartis Pharma GmbH
Sophie-Germain-Straße 10
90443 Nürnberg
Telefon: (09 11) 273-0

Medizinischer InfoService
Telefon: (09 11) 273-12 100
Telefax: (09 11) 273-12 160
E-Mail: infoservice.novartis@novartis.com

15. WEITERE INFORMATIONEN

Im Rahmen des Risk Management Plans stehen für dieses Arzneimittel weitere behördlich genehmigte Informationsmaterialien zur Risikominimierung zur Verfügung. Diese können beim Novartis Pharma Info-Service (siehe Abschnitt 14) angefordert oder von der Website www.novartis.de/lutathera-rm heruntergeladen werden.

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