Lingumelt akut 2 mg Lyophilisat zum Einnehmen
1 Lyophilisat zum Einnehmen enthält 2 mg Loperamidhydrochlorid (entsprechend 1,85 mg Loperamid).
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:
Jedes Lyophilisat zum Einnehmen enthält 1 mg Aspartam.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.
Lyophilisat zum Einnehmen.
Weiße bis cremefarbene, runde Tabletten mit einem eingeprägten „T“ auf einer Seite
Zur symptomatischen Behandlung von akuten Diarrhöen bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren.
Eine Behandlung mit Loperamidhydrochlorid über 2 Tage hinaus darf nur auf ärztliche Verordnung und unter Beobachtung des Verlaufs erfolgen.
Erwachsene
Zu Beginn der Behandlung 2 Tabletten (entsprechend 4 mg Loperamidhydrochlorid), danach nach jedem ungeformten Stuhl 1 Tablette (entsprechend 2 mg Loperamidhydrochlorid), jedoch frühestens 1 Stunde nach der Erstdosis.
Die übliche tägliche Dosis beträgt 3-4 Tabletten (entsprechend 6-8 mg Loperamidhydrochlorid).
Eine tägliche Dosis von 6 Tabletten (entsprechend 12 mg Loperamidhydrochlorid) darf nicht überschritten werden.
Jugendliche ab 12 Jahren
Zu Beginn der Behandlung und nach jedem ungeformten Stuhl 1 Tablette (entsprechend 2 mg Loperamidhydrochlorid), jedoch frühestens 1 Stunde nach der Erstdosis.
Eine tägliche Dosis von 4 Tabletten (entsprechend 8 mg Loperamidhydrochlorid) darf nicht überschritten werden.
Die maximale Behandlungsdauer beträgt 2 Tage.
Kinder
Dieses Arzneimittel ist nicht für Kinder unter 12 Jahren bestimmt. Siehe Abschnitt 4.3.
Ältere Patienten
Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung notwendig.
Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion
Bei Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion ist keine Dosisanpassung notwendig.
Patienten mit beeinträchtigter Leberfunktion
Obwohl keine pharmakokinetischen Daten bei Patienten mit beeinträchtigter Leberfunktion zur Verfügung stehen, sollte Loperamid wegen des verminderten First-Pass-Metabolismus bei diesen Patienten mit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.4).
Art und Dauer der Anwendung
Die Tablette auf die Zunge legen, wo sie sich auflöst. Mit dem Speichel hinunterschlucken. Weitere Flüssigkeitsaufnahme ist nicht erforderlich.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Levomenthol oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
Kinder unter 12 Jahren.
Erkrankungen, bei denen eine Verlangsamung der Darmtätigkeit aufgrund des möglichen Risikos von Sekundärsymptomen vermieden werden sollte. Dazu gehören Ileus, Megakolon und toxisches Megakolon. Bei Auftreten von Verstopfung, abdominaler Distension oder Ileus muss die Behandlung mit Loperamidhydrochlorid sofort abgebrochen werden.
Patienten mit akuter Dysenterie, die durch Blut im Stuhl und erhöhte Körpertemperatur gekennzeichnet ist.
Patienten mit akuter Colitis ulcerosa.
Patienten mit bakterieller Enterokolitis, die durch invasive Erreger verursacht wird, einschließlich Salmonellen, Shigellen und Campylobacter
Patienten mit pseudomembranöser Kolitis im Zusammenhang mit der Anwendung von Breitbandantibiotika.
Chronische Diarrhö darf nur nach ärztlicher Verordnung mit Loperamidhydrochlorid behandelt werden.
Die Behandlung von Durchfällen mit Loperamidhydrochlorid ist nur symptomatisch. Immer, wenn eine zugrundeliegende Krankheitsursache festgestellt werden kann, sollte, wenn möglich, eine spezifische Behandlung der Ursache vorgenommen werden.
Von größter Bedeutung bei der Behandlung des akuten Durchfalls ist die Verhinderung von weiteren Flüssigkeits- und Elektrolytverlusten bzw. der Ausgleich dieser Verluste. Dies gilt insbesondere für Kinder sowie gebrechliche und ältere Patienten mit akutem Durchfall. Die Verwendung von Loperamidhydrochlorid schließt die Verabreichung einer geeigneten Flüssigkeits- und Elektrolytersatztherapie nicht aus.
Da anhaltender Durchfall ein Indikator für potenziell ernstere Erkrankungen sein kann, sollte Loperamidhydrochlorid nicht über einen längeren Zeitraum angewendet werden, bis die zugrunde liegende Ursache des Durchfalls untersucht wurde.
Wenn bei akutem Durchfall innerhalb von 48 Stunden keine Besserung auftritt, sollte die Behandlung mit Loperamidhydrochlorid abgesetzt und ein Arzt aufgesucht werden.
Loperamidhydrochlorid sollte abgesetzt werden, sobald sich der Stuhlgang verfestigt hat oder sobald für mehr als 12 Stunden kein weiterer Stuhlgang auftritt.
Bei AIDS-Patienten, die zur Durchfallbehandlung Loperamidhydrochlorid erhalten, sollte die Therapie bei ersten Anzeichen eines aufgetriebenen Leibes gestoppt werden. Es liegen Einzelberichte zu Verstopfung mit einem erhöhten Risiko für ein toxisches Megacolon bei AIDS-Patienten vor. Diese litten unter einer durch virale und bakterielle Erreger verursachten infektiösen Colitis und wurden mit Loperamidhydrochlorid behandelt.
Obwohl keine pharmakokinetischen Daten zu Patienten mit beeinträchtigter Leberfunktion vorliegen, sollte Loperamidhydrochlorid wegen des verminderten First-Pass-Metabolismus bei diesen Patienten vorsichtig angewendet werden. Die Leberdysfunktion könnte eine relative Überdosierung zur Folge haben, welche ihrerseits zu einer ZNS-Toxizität führt.
In Verbindung mit Überdosierung wurde über kardiale Ereignisse, einschließlich QT-Verlängerung und Verlängerung des QRS-Komplexes und Torsade de pointes, berichtet. Einige Fälle verliefen tödlich (siehe Abschnitt 4.9). Überdosierung kann ein vorhandenes Brugada-Syndrom demaskieren. Patienten dürfen die empfohlene Dosis und/oder die empfohlene Behandlungsdauer nicht überschreiten.
Missbrauch und unsachgemäße Verwendung von Loperamid als Opioid-Ersatz wurden bei Menschen mit Opioidabhängigkeit beschrieben (siehe Abschnitt 4.9).
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d. h. es ist nahezu „natriumfrei“.
Dieses Arzneimittel enthält Aspartam als Quelle für Phenylalanin und kann schädlich sein für Patienten mit Phenylketonurie.
Zur Beurteilung der Anwendung von Aspartam bei Säuglingen unter 12 Wochen liegen weder präklinische noch klinische Daten vor.
Bei entsprechend sensibilisierten Patienten können durch Levomenthol Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich Atemnot) ausgelöst werden.
Präklinische Daten haben gezeigt, dass Loperamidhydrochlorid ein Substrat des P-Glykoproteins ist.
Die gleichzeitige Verabreichung von Loperamidhydrochlorid (16 mg als Einzeldosis) und Chinidin oder Ritonavir, die beide P-Glykoprotein-Inhibitoren sind, resultierte in einem 2- bis 3‑fachen Anstieg der Plasmakonzentration von Loperamidhydrochlorid. Die klinische Bedeutung dieser pharmakokinetischen Interaktion von Loperamidhydrochlorid mit P-Glykoprotein-Inhibitoren bei den empfohlenen Dosierungen ist nicht bekannt.
Die gleichzeitige Verabreichung von Loperamidhydrochlorid (4 mg als Einzeldosis) und Itraconazol, einem Inhibitor von CYP3A4 und P-Glykoprotein, resultierte in einem 3- bis 4‑fachen Anstieg der Loperamid-Plasmakonzentrationen. In der gleichen Studie erhöhte der CYP2C8-Inhibitor Gemfibrozil die Loperamidhydrochlorid-Konzentrationen um annähernd das 2‑fache. Die Kombination von Itraconazol und Gemfibrozil resultierte in einem 4‑fachen Anstieg der Spitzenplasmakonzentrationen von Loperamidhydrochlorid und einem 13‑fachen Anstieg der Gesamtverfügbarkeit im Plasma. Wie durch psychomotorische Tests (z. B. subjektive Schläfrigkeit und Digit Symbol Substitution Test) ermittelt wurde, hatten die erhöhten Plasmakonzentrationen keine Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem (ZNS).
Die gleichzeitige Verabreichung von Loperamidhydrochlorid (16 mg als Einzeldosis) und Ketoconazol, einem Inhibitor von CYP3A4 und P-Glykoprotein, resultierte in einem 5‑fachen Anstieg der Loperamidhydrochlorid-Plasmakonzentrationen. Wie durch Pupillometrie ermittelt, war dieser Anstieg nicht mit erhöhten pharmakodynamischen Effekten assoziiert.
Die gleichzeitige Behandlung mit oralem Desmopressin resultierte in einem 3‑fachen Anstieg der Desmopressin-Plasmakonzentrationen, vermutlich aufgrund der langsameren gastrointestinalen Motilität.
Bei Arzneimitteln mit ähnlichen pharmakologischen Eigenschaften ist zu erwarten, dass sie die Wirkung von Loperamid potenzieren und bei Arzneimitteln, die die gastrointestinale Passage beschleunigen, dass sie die Wirkung reduzieren.
Schwangerschaft
Erfahrungen an ca. 800 schwangeren Frauen ergaben bisher keine eindeutigen Hinweise auf ein teratogenes Potential von Loperamid. Ein schwaches Signal für Hypospadien aus dem schwedischen Geburtsregister konnte von anderer Seite bisher nicht bestätigt werden.
Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3). Aus Vorsichtsgründen soll eine Anwendung von Loperamidhydrochlorid während der Schwangerschaft vermieden werden.
Stillzeit
Loperamid geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Daher sollte Loperamid in der Stillzeit nicht eingenommen werden..
Fertilität
Bisher liegen keine Erfahrungen über die Auswirkungen von Loperamidhydrochlorid auf die Fruchtbarkeit beim Menschen vor. Die Ergebnisse tierexperimenteller Studien ergaben keine Hinweise auf eine Wirkung von Loperamidhydrochlorid auf die Fruchtbarkeit bei therapeutischen Dosen.
Bei Durchfällen und/oder als Nebenwirkung von Loperamidhydrochlorid kann es zu Müdigkeit, Schwindel und Schläfrigkeit kommen. Daher ist im Straßenverkehr und beim Bedienen von Maschinen Vorsicht geboten.
Pädiatrische Population
Die Sicherheit von Loperamidhydrochlorid wurde an 607 Patienten im Alter von 10 Tagen bis 13 Jahren in 13 kontrollierten und nicht-kontrollierten klinischen Studien zur Behandlung der akuten Diarrhö mit Loperamidhydrochlorid untersucht. Generell gesehen, war das Nebenwirkungsprofil dieser Patientenpopulation jenem von Jugendlichen über 12 Jahren und Erwachsenen in klinischen Studien ähnlich.
Jugendliche ≥ 12 Jahre und Erwachsene
Die Sicherheit von Loperamidhydrochlorid wurde an 3076 Erwachsenen und Jugendlichen im Alter von ≥ 12 Jahren, die an 31 kontrollierten und nicht-kontrollierten klinischen Studien mit Loperamidhydrochlorid zur Behandlung von Diarrhö teilnahmen, evaluiert. Akute Diarrhö wurde in 26 dieser Studien (n = 2755) behandelt, chronische Diarrhö in 5 Studien (n = 321).
Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen (d.h. mit einer Inzidenz von ≥ 1%) in klinischen Studien mit Loperamidhydrochlorid bei akuter Diarrhö waren: Obstipation (2,7%), Flatulenz (1,7%), Kopfschmerzen (1,2%) und Übelkeit (1,1%). In klinischen Studien zu chronischer Diarrhö waren die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen (mit einer Inzidenz von ≥ 1 %): Flatulenz (2,8 %), Obstipation (2,2 %), Übelkeit (1,2 %) und Schwindel (1,2 %).
Tabelle 1 zeigt die Nebenwirkungen, die bei der Anwendung von Loperamidhydrochlorid entweder in klinischen Studien (bei akuter oder chronischer Diarrhö oder bei sowohl akuter als auch chronischer Diarrhö ) oder nach Markteinführung gemeldet wurden.
Die Häufigkeitskategorien sind nach folgender Vereinbarung definiert:
Sehr häufig ≥ 1/10
Häufig ≥ 1/100, <1/10
Gelegentlich ≥ 1/1.000, <1/100
Selten ≥ 1/10.000, <1/1.000
Sehr selten < 1/10.000
nicht bekannt Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Tabelle 1: Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Nebenwirkungen nach Systemorganklassen geordnet |
Akute Diarrhö (N=2755) |
Chronische Diarrhöd (N=321) |
Akute + chronische Diarrhö und Erfahrungen nach Markteinführung |
Erkrankungen des Immunsystems |
|||
Überempfindlichkeitsreaktionena, anaphylaktische Reaktionen (einschließlich anaphylaktischer Schock)a, anaphylaktoide Reaktionena |
selten |
||
Erkrankungen des Nervensystems |
|||
Kopfschmerzen |
häufig |
gelegentlich |
häufig |
Schwindel |
gelegentlich |
häufig |
häufig |
Schläfrigkeita |
gelegentlich |
||
Bewusstslosigkeita, Stupora, Bewusstseinstrübungena, erhöhter Muskeltonusa, Koordinationsstörungena |
selten |
||
Augenerkrankungen |
|||
Miosisa |
selten |
||
Erkrankungen des Gastrointestinaltraktsb,c |
|||
Obstipation, Übelkeit, Flatulenz |
häufig |
häufig |
häufig |
Abdominelle Schmerzen, abdominales Unwohlsein, Mundtrockenheit |
gelegentlich |
gelegentlich |
gelegentlich |
Schmerzen im Oberbauch, Erbrechen |
gelegentlich |
gelegentlich |
|
Dyspepsie |
gelegentlich |
gelegentlich |
|
Ileusa (einschließlich paralytischer Ileus), Megakolona (einschließlich toxisches Megakolonb), Glossodyniea |
selten |
||
Abdominale Distension |
selten |
selten |
|
Akute Pankreatitis |
nicht bekannt |
||
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes |
|||
Hautausschlag |
gelegentlich |
gelegentlich |
|
Bullöse Hautausschlägea (einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse und Erythema multiforme), Angioödema, Urtikariaa, Pruritusa |
selten |
||
Erkrankungen der Nieren und Harnwege |
|||
Harnretentiona |
selten |
||
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort |
|||
Fatiguea |
selten |
a Einschluss dieser Nebenwirkung basierend auf Berichten nach der Markteinführung für Loperamidhydrochlorid. Da bei der Ermittlung von Nebenwirkungen nach der Markteinführung nicht zwischen chronischen und akuten Indikationen oder Erwachsenen und Kindern unterschieden wurde, wird die Häufigkeit aus allen klinischen Studien mit Loperamidhydrochlorid (akut und chronisch) geschätzt, einschließlich Studien bei Kindern ≤ 12 Jahre (N=3683).
b Siehe Abschnitt 4.4
c Siehe Abschnitt 4.3
d Chronische Diarrhö darf nur nach ärztlicher Verordnung und unter Beobachtung des Patienten mit Loperamid behandelt werden (siehe Abschnitte 4.1 und 4.3).
Unmittelbar nach der Einnahme von Lingumelt akut berichteten einige Patienten über ein vorübergehendes Brennen oder Kribbeln auf der Zunge.
Für Nebenwirkungen aus klinischen Studien, für die keine Häufigkeit angegeben ist, wurde die Nebenwirkung entweder nicht beobachtet oder nicht als Nebenwirkung für diese Indikation eingestuft.
Hinweise
Einige unerwünschte Ereignisse, die während der klinischen Studien und nach der Markteinführung von Loperamidhydrochlorid berichtet wurden, sind häufig Symptome der zugrunde liegenden Durchfallerkrankung (Bauchschmerzen/-beschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Mundtrockenheit, Erschöpfung, Schläfrigkeit, Schwindel, Verstopfung und Flatulenz). Diese Symptome sind oft schwer von den Nebenwirkungen des Arzneimittels zu unterscheiden.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
Symptome:
Im Falle einer Überdosierung (einschließlich relativer Überdosierung aufgrund einer Leberfunktionsstörung) können ZNS-Dämpfung (Stupor, Koordinationsstörungen, Somnolenz, Miosis, muskuläre Hypertonie und Atemdepression), Harnverhalt, Mundtrockenheit, abdominale Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Obstipation sowie paralytischer Ileus auftreten. Kinder und Patienten mit Leberfunktionsstörungen können empfindlicher gegenüber ZNS-Effekten sein.
Bei Personen, die Loperamidhydrochlorid in Überdosierungen eingenommen haben, wurden kardiale Ereignisse wie Verlängerung des QT-Intervalls und des QRS-Komplexes, Torsades de pointes, andere schwerwiegende ventrikuläre Arrhythmien, Herzstillstand und Synkope beobachtet (siehe Abschnitt 4.4). Auch tödliche Fälle wurden berichtet. Eine Überdosierung kann ein bestehendes Brugada-Syndrom demaskieren. Bei Personen, die Loperamid in übermäßigen Dosen missbraucht, es wissentlich missbräuchlich angewendet oder absichtlich überdosiert haben, wurden nach Absetzen Entzugssymptome beobachtet.
Behandlung:
Im Falle einer Überdosierung sollte eine EKG-Überwachung auf QT-Intervall-Verlängerung eingeleitet werden.
Wenn ZNS-Symptome einer Überdosierung auftreten, kann Naloxon als Antidot verabreicht werden. Da die Wirkungsdauer von Loperamidhydrochlorid länger ist als die von Naloxon (1 bis 3 Stunden), kann eine wiederholte Behandlung mit Naloxon angezeigt sein. Daher sollte der Patient mindestens 48 Stunden lang engmaschig überwacht werden, um eine mögliche Depression des zentralen Nervensystems zu erkennen.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidiarrhoikuma und intestinale Antiphlogistika/Antiinfektiva, Motilitätshemmer
ATC Code: A07DA03
Loperamidhydrochlorid bindet an Opiatrezeptoren in der Darmwand, reduziert so die propulsive Peristaltik, verlängert die intestinale Transitzeit und erhöht die Resorption von Wasser und Elektrolyten. Loperamidhydrochlorid erhöht den Analsphinktertonus und reduziert dadurch Inkontinenz und Stuhldrang.
In einer randomisierten klinischen Doppelblindstudie an 56 Patienten mit akuter Diarrhöe, die Loperamid erhielten, wurde der Beginn der antidiarrhoischen Wirkung innerhalb einer Stunde nach einer Einzeldosis von 4 mg beobachtet. Klinische Vergleiche mit anderen Antidiarrhoika bestätigten diesen außergewöhnlich schnellen Wirkungseintritt von Loperamid.
Resorption
Loperamidhydrochlorid wird hauptsächlich von der Darmwand aufgenommen, aber auf Grund seines ausgeprägten First-Pass-Metabolismus liegt die systemische Bioverfügbarkeit nur bei etwa 0,3%.
Verteilung
Verteilungsstudien an Ratten haben eine hohe Affinität zur Darmwand mit bevorzugter Rezeptorbindung in der Längsmuskelschicht gezeigt. Die Plasmaproteinbindung beträgt etwa 95%, hauptsächlich an Albumin. Nicht-klinischen Daten zufolge ist Loperamidhydrochlorid ein P-Glycoprotein-Substrat.
Biotransformation
Loperamidhydrochlorid unterliegt einer fast vollständigen Extraktion und Metabolisierung durch die Leber, wo es konjugiert und über die Galle ausgeschieden wird. Die oxidative N-Demethylierung ist der wichtigste Abbauweg von Loperamidhydrochlorid und wird hauptsächlich durch CYP3A4 und CYP2C8 herbeigeführt. Aufgrund des sehr hohen First-Pass-Effekts bleiben die Plasmaspiegel des unveränderten Wirkstoffes extrem niedrig.
Elimination
Die Plasmahalbwertszeit von Loperamidhydrochlorid im Menschen liegt zwischen 9 und 14 Stunden, im Mittel ungefähr bei 11 Stunden. Unverändertes Loperamid und die Hauptmetaboliten werden hauptsächlich mit den Fäzes ausgeschieden.
Studien zur akuten und chronischen Toxizität von Loperamid zeigten keine spezifische Toxizität. Ergebnisse von In-vivo- und In-vitro-Studien zeigten, dass Loperamid nicht genotoxisch ist. Es zeigte sich kein karzinogenes Potenzial.
Nichtklinische in-vitro und in-vivo-Auswertungen zu Loperamidhydrochlorid zeigen weder innerhalb des therapeutisch relevanten Konzentrationsbereichs noch bei signifikanten Vielfachen dieses Bereichs (bis zu 47‑fach) signifikante kardiale elektrophysiologische Wirkungen. Allerdings hat Loperamidhydrochlorid in extrem hohen Konzentrationen, die mit Überdosierungen in Zusammenhang stehen (siehe Abschnitt 4.4), kardiale elektrophysiologische Wirkungen, die in der Hemmung von Kalium- (hERG) und Natriumströmen und Arrhythmien bestehen.
In Reproduktionstoxizitätsstudien an Ratten führten sehr hohe Dosen von Loperamid (40 mg/kg/Tag, was dem 27‑fachen der maximalen Tagesdosis beim Menschen bezogen auf die Körperoberfläche entspricht) zu einer Beeinträchtigung der Fertilität und in Verbindung mit maternaler Toxizität zu einer Beeinträchtigung der Überlebensrate der Föten. Niedrigere Dosen hatten keine Auswirkungen auf die mütterliche oder fötale Gesundheit und beeinträchtigten nicht die peri- und postnatale Entwicklung. Nach Verabreichung maternaler, nicht-toxischer Dosen wurden keine relevanten Auswirkungen auf die Fertilität, die embryofetale Entwicklung und die Laktation beobachtet.
Es wurden keine Hinweise auf Teratogenität festgestellt.
Pullulan (aus Aureobasidium pullulans mit 10 bis 3000 kDa)
Mannitol (Ph.Eur.)
Natriumhydrogencarbonat
Aspartam
Polysorbat 80
Pfefferminz-Aroma (76175-51 Peppermint flavour EssentialTM, Givaudan) (enthält Levomenthol)
Nicht zutreffend.
3 Jahre
Dieses Arzneimittel erfordert keine besonderen Lagerungsbedingungen.
Packungsgrößen:
6 Lyophilisate zum Einnehmen
10 Lyophilisate zum Einnehmen
12 Lyophilisate zum Einnehmen
Blisterpackung aus PVC/Polyamid/Aluminium/PVC mit Folien-Abziehdeckel aus Papier/PET/Aluminium.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.
Zur Entnahme der Lyophilisate zum Einnehmen aus der Blisterpackung:
Folie am Rand anheben.
Folie vollständig abziehen.
Lyophilisat zum Einnehmen aus der Blisterpackung kippen.
Nicht durch die Blisterpackung drücken.
Klinge Pharma GmbH
Bergfeldstr. 9
83607 Holzkirchen
Deutschland
7004273.00.00
23. November 2021
März 2026
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