Fachinformation und Gebrauchsinformation: Information für den Anwender

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Sevorane®
100 % (V/V)
Flüs­sig­keit zur Herstellung ei­nes Dampfes zur Inhalation

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Wirkstoff: Se­vo­flu­ran (Fluorome­thyl-2,2,2-triflu­oro-1-(triflu­orome­thyl)ethylether)
100 ml Sevorane enthalten 100 ml Se­vo­flu­ran.
Sevorane enthält keine sonstigen Be­stand­tei­le, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Flüs­sig­keit zur Herstellung ei­nes Dampfes zur Inhalation

4. KLINISCHE ANGABEN

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

7. INHABER DER ZULASSUNG

AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG
Knollstraße
67061 Ludwigshafen
7.2 HERSTELLER
AbbVie S.r.l.
S. R. 148 Pontina km 52 SNC
04011 Campoverde di Aprilia (LT)
Italien

8. ZULASSUNGSNUMMER

34054.00.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

20. September 1995/04. April 2005

10. STAND DER INFORMATION

Januar 2026

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig.

Eigenschaften
Sevofluran ist ein flüssiges, nicht brennbares Inhalationsanästhetikum mit angenehmem Geruch. Es handelt sich dabei um ein fluoriertes Derivat von Methylisopropylether, chemisch definiert als Fluoromethyl-2,2,2-trifluoro-1-(trifluoromethyl)ethylether. Sevofluran ist eine klare, farblose Flüssigkeit. Es ist mischbar mit Lösungsmitteln wie z. B. Ethanol, Ether und Chloroform, jedoch in Wasser schwach löslich. Sevofluran ist entsprechend der Richtlinie 601-2-13 der Internationalen Elektrotechnischen Kommission nicht explosiv.

Zum Schutz vor umgebenden Lewis-Säuren werden Sevorane 300 bis 1000 ppm Wasser als Stabilisator zugesetzt.

Es werden keine weiteren Zusätze oder chemischen Stabilisatoren verwendet.

Sevorane greift weder Edelstahl noch Messing, Aluminium, vernickeltes Messing, verchromtes Messing oder Kupfer-Beryllium-Legierungen an.

Physikalische Konstanten:

Molekulargewicht

200,05

Siedepunkt (bei 760 mmHg)

58,6 °C

Spezifisches Gewicht

bei 20 °C: 1,520 - 1,525

Dampfdruck* (errechnet)

bei 20 °C: 157 mmHg
bei 25 °C: 197 mmHg
bei 36 °C: 317 mmHg

* Gleichung zur Berechnung des Dampfdruckes

Log10Pvap= A + B / T

für:

A = 8,086
B = -1726,68
T = °C + 273,16 K (Kelvin)

Verteilungskoeffizienten bei 25 °C – Gummi und Kunststoffe:

Leitfähiger Gummi/Gas

14,0

Butylkautschuk/Gas

7,7

Polyvinylchlorid/Gas

17,4

Polyethylen/Gas

1,3

Sevofluran ist eine chemisch stabile Substanz. Weder die Einwirkung starker Säuren noch starke Hitzeexposition bewirkten einen Abbau der Substanz. Der einzige unter klinischen Bedingungen bekannt gewordene Abbauvorgang wird durch direkten Kontakt der Substanz mit CO2-Absorbentien (Natronkalk, Bariumkalk) verursacht. Die Reaktion mit CO2-Absorbentien ist jedoch nicht Sevofluran-spezifisch.

Bei bestimmungsgemäßer Verwendung von frischen, nicht ausgetrockneten Atemkalken ist der Sevofluran-Abbau minimal und Abbauprodukte sind entweder nicht nachweisbar oder nicht toxisch.

Unter Verwendung von nicht ausgetrocknetem Atemkalk haben sich die Konzentrationen an Compound A als klinisch nicht relevant erwiesen und konnten nicht mit Nebenwirkungen in Zusammenhang gebracht werden. Daher erübrigt sich bei Verwendung von Rückatmungssystemen eine Abweichung von üblichen Vorgehensweisen und Dosierungen.

Bei Verwendung von ausgetrockneten CO2-Absorbentien (besonders bei Kaliumhydroxid-haltigen Absorbentien) sind der Sevofluran-Abbau und die Bildung von Abbauprodukten erhöht. Bei Verwendung von stark ausgetrockneten CO2-Absorbentien (besonders bei Kaliumhydroxid-haltigen) kann es zur Entstehung von Formaldehyd, Methanol, Kohlenmonoxid, Compound A (Pentafluorisopropenylfluormethylether (PIFE)) und möglicherweise einigen seiner Abbauprodukte Compound B, C und D kommen.

Text nur für Sevorane PEN-Flasche mit Drehverschluss:
Vorsicht bei der Verwendung mit dem Physioflex- und ELSA/EAS 9010-Narkosegerät:
Aufgrund der konstruktiven Ausführungen des Physioflex-Narkosegerätes kann eine optimale Verbindung mit der Sevorane PEN-Flasche mit Drehverschluss nicht sichergestellt werden. Dies resultiert aus einer unterschiedlichen Länge von Ansaugstutzen und Flaschenhöhe. Das gleiche gilt auch für das Engström ELSA/EAS 9010-Narkosegerät, allerdings nur bei Anschluss von Sevorane PEN-Flaschen mit Drehverschluss. Unter Umständen kann das zu einer nicht korrekten Dosierung des Anästhetikums durch das Physioflex-Narkosegerät führen. Ein Hinweis auf die Verwendung der geeigneten Flaschengröße ist auch in der Gebrauchsanweisung des Physioflex-Narkosegerätes explizit vermerkt. Die Gebrauchsanweisung des Herstellers Ihres Narkosegerätes bei der Anwendung mit Sevorane PEN-Flasche mit Drehverschluss ist zu beachten. Sollten Sie eines dieser beiden Geräte zusammen mit Sevorane-Drehverschlussflaschen einsetzen, ist unbedingt die Sevorane Glasflasche mit Drehverschluss zu verwenden.


LAB-10010

Zum Seitenanfang